Umwelt­verbände fordern von Finanz­minister Klingbeil Kurs­korrektur beim Sonder­vermögen

"Zukunft finanzieren, statt Haushaltslöcher kaschieren"

Kalender 25.03.2026
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Berlin, 25. März 2026 
Zukunft finanzieren, statt Haushaltslöcher kaschieren: Umweltverbände fordern Kurskorrektur beim Sondervermögen 

Führende deutsche Umwelt- und Klimaschutzorganisationen, darunter BUND, GermanZero, Germanwatch, Greenpeace, NABU und WWF Deutschland, fordern Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in einem offenen Appell auf, das Klimaschutzprogramm, das diesen Mittwoch im Kabinett beschlossen wurde, verbindlich und ausreichend zu finanzieren.  

Der sich ausweitende Krieg im Nahen Osten und die daraus resultierenden Energiepreisrisiken zeigen erneut, wie verwundbar Deutschland durch seine Abhängigkeit von Öl und Gas ist. Umso wichtiger ist es, das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) sowie den Klima- und Transformationsfonds (KTF) strikt zweckgebunden und zusätzlich für klimawirksame Investitionen einzusetzen. Nach einem Jahr SVIK ziehen Umweltverbände eine ernüchternde Bilanz: Statt zusätzliche Zukunftsinvestitionen für Klimaschutz, Infrastruktur und wirtschaftliche Resilienz abzusichern, wurden zentrale Versprechen bislang nicht eingelöst. Die unterzeichnenden Verbände fordern von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil eine Kurskorrektur. Der Bundeshaushalt 2027 und die weitere Verwendung des Sondervermögens müssen konsequent auf Klimaneutralität und Zusätzlichkeit ausgerichtet werden. 

Die unterzeichnenden Verbände fordern daher insbesondere: 

● Zusätzlichkeit verbindlich absichern: Mittel aus dem Sondervermögen dürfen keine bereits geplanten Ausgaben im Kernhaushalt ersetzen. 
● Fossile Fehlsteuerungen beenden: Keine Finanzierung neuer Gaskraftwerke, fossiler LNG-Infrastruktur oder klimapolitisch kontraproduktiver Gasmaßnahmen aus SVIK, KTF oder Bundeshaushalt. 
● Klimaschutzprogramm solide finanzieren: Das Klimaschutzprogramm muss den Klimarückstand im Verkehr und in der Wärmeversorgung aufholen und darf nicht unter Finanzierungsvorbehalt stehen. 

Michael Schäfer, Geschäftsführer GermanZero e.V.: 
„Dass Union und SPD das Sondervermögen als Lückenfüller verwenden, ist ein schwerer politischer Fehler dieser Regierung. Sie halten zentrale Versprechen und rechtliche Vorgaben nicht ein. Damit untergraben sie das Vertrauen in politisches Handeln und verschärfen die wirtschaftlichen wie ökologischen Risiken. Lars Klingbeil muss jetzt gezielt in Wärmewende, Schiene, Gebäudesanierung und erneuerbare Energien investieren, damit die Klimakrise in Zukunft nicht noch deutlich höhere Kosten verursacht.” 

Martin Kaiser, geschäftsführender Vorstand Greenpeace Deutschland: 
„Das Sondervermögen kann und muss Deutschland zukünftig konsequent den Weg aus der fossilen Abhängigkeit ebnen und das Land damit sicherer und unabhängiger machen. Statt mit diesen Milliarden Haushaltslöcher zu stopfen, sollten Lars Klingbeil und die Bundesregierung das kaputt gesparte Bahnnetz flott kriegen und die Wärmeversorgung konsequent weg vom Gas lenken. Sie müssen alles unternehmen, damit Deutschland sich auf eine sozial verträgliche Art aus den teuren und gefährlichen Abhängigkeiten von Öl und Gas befreit.” 

Verena Graichen, BUND Bundesgeschäftsführerin Politik 
„Die Bundesregierung muss die Finanzmittel nutzen, um Deutschland zukunftsfest zu machen. Finanzminister Klingbeil muss mit zusätzlichen Investitionen Wirtschaft und Infrastruktur klimafreundlich umbauen und sozialen Klimaschutz ermöglichen. Zukunftsorientierte Finanzpolitik bedeutet Abbau von fossilen Abhängigkeiten. Das würde die Menschen entlasten und Land und Wirtschaft für die Zukunft aufstellen.“ 

Die unterzeichnenden Umweltverbände: 

BUND e.V. 
GermanZero e.V. 
Germanwatch 
Greenpeace Deutschland 
NABU e.V. 
WWF Deutschland 
 
Den vollständigen Appell finden Sie hier

Pressekontakt

Ina Krings
ina.krings@germanzero.de
+49 (0)159 0617 0150

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