Vom 23.-29. März fand unserer Aktionswoche “Raus aus der Gaskostenfalle” statt. Rund um den Aktionszeitraum haben Engagierte aus über 25 LocalZero-Gruppen, Ortsgruppen des ForFutureBündnisses sowie weiteren Klima- und Umweltgruppen das Thema Gaskostenfalle in ihre Städte und Gemeinden getragen.
In Fußgängerzonen, auf Marktplätzen und Innenstädten an 16 Orten informierten Gruppen mit Infoständen, Postkarten-Aktionen, Banner und Flyer über die Gaskostenfalle. Sie sammelten Unterschriften für die Petition Bezahlbare Wärme statt Gaskostenfalle! #WegVomGas und machten auf unsere Webseite Gaskostenfalle.de mit dem Gaskosten-Rechner aufmerksam. Dort können sich Verbraucher:innen über ihre individuelle Situation informieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten kennenlernen.
Vielfältige Begegnungen
Ob am Infostand oder bei kreativen Aktionsformaten wie einer Live-Performance des Bündnis Wärmewende FFM : Die Rückmeldungen aus den Kommunen zeigen, dass steigende Gaspreise und die Frage nach bezahlbaren Alternativen viele Menschen aktuell beschäftigen. Dabei waren die Begegnungen und Gespräche sehr vielfältig. Manche Pasant:innen kamen gut informiert und zustimmend auf die Teams zu, andere hatten kaum Vorwissen und suchten Orientierung. Wieder andere reagierten zunächst skeptisch oder irritiert, ließen sich aber dennoch auf Gespräche ein und hörten sich Argumente an.
Besonders häufig ging es um ganz praktische Fragen: Welche Heizlösung kommt für das eigene Zuhause infrage? Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau oder im Mehrfamilienhaus? Was können Mieter:innen tun, wenn sie selbst keine Entscheidung im Heizungskeller treffen?
Trotz Regen, Kälte und teils zurückhaltender Passant:innen berichten viele Teams von guten, intensiven Gesprächen und echtem Interesse vor Ort. Genau das macht die Wirkung dieser Aktionen aus: Sie schaffen Raum für Fragen, nehmen Unsicherheiten ernst und machen die Wärmewende vor Ort greifbarer. Wie eine Ehrenamtliche aus Stuttgart rückmeldete: „Manche Leute konnten wir dazu anregen, über alternative klimafreundliche und auch kostengünstigere Heizmöglichkeiten als die Gasheizung nachzudenken.“
Veranstaltungen mit Expert:innen und Stadtverwaltung
Einige Teams haben außerdem Diskussionsveranstaltungen und Info-Abende organisiert. Dabei standen zum Beispiel Fragen nach einer sozial gerechten Wärmewende oder die energetische Sanierung des Eigenheims im Mittelpunkt. In Bremen wurde über die geplanten Änderungen am “Gebäudemodernisierungsgesetzes” und deren Folgen für Verbraucher:innen diskutiert. In Dresden kamen Bürger:innen mit Vertreter:innen aus Stadtverwaltung, Wissenschaft, Verbraucherzentrale und Energieversorgung über die Zukunft des Gasnetzes und den Einsatz von Wasserstoff ins Gespräch. Bei BuchholzZero nahmen rund 65 Bürger:innen an einer Informationsveranstaltung teil, um sich mit Fachleuten über den Gasausstieg und konkrete Wege aus der Gaskostenfalle auszutauschen.
Verknüpfung mit kommunaler Wärmeplanung
Wir sehen: Bundesweit setzen sich engagierte Menschen vor Ort für bezahlbare Wärme für alle ein. Viele Teams nutzen die Aktionswoche auch, um selbst oder in Kooperation mit dem kommunalen Klimaschutzmanagement über die Kommunale Wärmeplanung zu informieren – so etwa in Coesfeld. GermanZero Braunschweig hat in der Aktionswoche einen Forderungskatalog zur geplanten Stilllegung des Gasnetzes an die Stadt übergeben und damit einen wichtigen Impuls für einen sozial gerechten, transparenten und gut begleiteten Gasausstieg vor Ort gesetzt.
Fotoaktion und offener Brief
Wir als GermanZero haben das Thema auch direkt nach Berlin getragen: Mit einer Aktion vor dem Bundestag haben wir die Forderungen von rund 250 Organisationen aus mehr als 130 Städten (darunter 23 LocalZero-Gruppen) aus dem Offenen Brief „Raus aus der Gaskostenfalle“ nach besserem Verbraucher:innenschutz, Planungssicherheit für die Wärmewende und einem Ausstieg aus der Gasabhängigkeit mit einer gemeinsamen politischen Stimme sichtbar gemacht.
Die Aktionswoche hat gezeigt, wie wichtig solche lokalen Aktionen sind: Sie schaffen Raum Austausch, geben Orientierung und machen deutlich, dass bezahlbare Wärme kein abstraktes Zukunftsthema ist, sondern viele Menschen schon heute ganz konkret betrifft.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Engagierten, die diese Aktionswoche mit ihrer Zeit, ihrer Energie und ihrem Einsatz möglich gemacht haben!
Einige Lokalgruppen planen bereits weitere Infostände und Veranstaltungen. Und auch wir bereiten die nächsten Schritte vor, um das Thema Gaskostenfalle weiter dorthin zu bringen, wo es hingehört: in die Öffentlichkeit, zu den Verbraucher:innen und zu den politischen Entscheidungsträger:innen.
Jetzt auf dem Laufenden bleiben und über weitere Aktionen zu unserer Initiative "Gaskostenfalle" informiert werden:
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